»Das Leben und das Schreiben« ist zur einen Hälfte Erinnerung, zur anderen Handwerkslehre – und King hält beides bewusst auseinander.
Der biografische Teil führt von einer Kindheit in bescheidenen Verhältnissen über erste Geschichten, die er als Junge selbst vervielfältigte, bis zu den Jahren als Lehrer, in denen er nachts in einer Waschküche schrieb. Er erzählt von den frühen Ablehnungsschreiben und davon, wie er die ersten Seiten von »Carrie« in den Papierkorb warf – seine Frau Tabitha holte sie wieder heraus und überredete ihn weiterzumachen. Offen schreibt er auch über die Jahre, in denen Alkohol und Kokain sein Leben bestimmten, und über den Entzug, zu dem seine Familie ihn zwang.
Der zweite Teil ist die eigentliche Werkzeugkiste. King spricht über Wortschatz und Grammatik, über Dialog, Figuren, Beschreibung und Tempo, über das Streichen von Adverbien, über die zweite Fassung und darüber, warum man jeden Tag ein Pensum schreiben und vor allem sehr viel lesen sollte. Er analysiert Passagen aus eigenen und fremden Texten und zeigt an ihnen, was funktioniert und was nicht.
Ein Schlusskapitel schildert den Unfall von 1999, bei dem King auf einer Landstraße in Maine von einem Transporter erfasst und schwer verletzt wurde, und die mühsame Rückkehr an den Schreibtisch.
Das Buch gilt vielen Schreibenden als eines der brauchbarsten Bücher über das Handwerk, gerade weil es keine Methode verkauft, sondern beschreibt, wie ein Autor tatsächlich arbeitet. Die deutsche Ausgabe überträgt »On Writing: A Memoir of the Craft« (2000).