Ein Briefträger, dreißig Jahre alt, bekommt die Diagnose: unheilbarer Hirntumor, nur noch wenig Zeit. Er hat niemanden, dem er es sagen könnte, außer seinem Kater. Als er nach Hause kommt, steht dort jemand, der aussieht wie er – dieselbe Statur, dasselbe Gesicht, aber ein grelles Hawaiihemd. Er sei der Teufel, sagt der Doppelgänger. Der Erzähler nennt ihn kurzerhand »Aloha«.
Aloha macht ein Angebot. Für jeden zusätzlichen Tag, den der Briefträger leben will, verschwindet dafür eine Sache aus der Welt – welche, bestimmt der Teufel. Am ersten Tag sind es die Telefone. Am zweiten die Filme. Am dritten die Uhren. Jedes Mal ist es zunächst nur ein Gegenstand; und jedes Mal stellt sich heraus, dass daran ein Stück Leben hing: der letzte Anruf einer Frau, die er geliebt hat, ein Freund, mit dem ihn nichts verband außer dem Kino, der Beruf seines Vaters, mit dem er seit Jahren nicht spricht.
Am vierten Tag sollen die Katzen verschwinden. Und der Erzähler, der seinen Kater Weißkohl von seiner Mutter geerbt hat, muss entscheiden, wie viel Welt sein eigenes Leben wert ist.
Genki Kawamura, im Hauptberuf Filmproduzent, hat mit diesem kurzen Roman in Japan über eine Million Leser erreicht. Das Buch stellt eine einfache Frage – was bleibt, wenn man wegnimmt, was selbstverständlich schien – und beantwortet sie leise, ohne Sentimentalität und ohne Trost zu verkaufen.
Die deutsche Ausgabe erschien 2018 bei C. Bertelsmann in der Übersetzung von Ursula Gräfe; das japanische Original stammt von 2012.