Rintaro Natsuki ist als kleiner Junge zu seinem Großvater gezogen, der irgendwo in Japan ein kleines Antiquariat betreibt – hohe Holzregale, sorgfältig ausgewählte Klassiker, keine Bestseller. Dort ist er aufgewachsen, dort hat er lesen gelernt. Als der Großvater plötzlich stirbt, bleibt der Oberschüler allein zurück: Er geht nicht mehr zur Schule, spricht mit niemandem und weiß nicht, was aus dem Laden werden soll, der ohnehin längst keinen Gewinn mehr abwirft. Auch seine Klassensprecherin Sayo Yuzuki, die sich Sorgen macht, bekommt ihn nicht aus seinem Schneckenhaus.
Dann sitzt eines Tages ein getigerter Kater zwischen den Regalen und spricht ihn an. Er nennt sich Toraneko und braucht Rintaros Hilfe: Bücher sind in Gefahr, und nur jemand, der sie wirklich liebt, kann sie retten.
Was folgt, sind vier Gänge durch phantastische Labyrinthe. In jedem hat jemand ein anderes, schiefes Verhältnis zu Büchern: Der eine hortet und zählt sie, ohne sie zu lesen. Der nächste kürzt sie, damit sie schneller konsumierbar werden. Wieder ein anderer verwertet sie. Rintaro muss jedes Mal argumentieren – und merkt dabei selbst, was Lesen für ihn bedeutet und was der Großvater ihm eigentlich beigebracht hat.
Ein kurzer, ruhiger Roman, der die Trauergeschichte eines Jungen mit einem Plädoyer für den sorgsamen Umgang mit Literatur verbindet. Die deutsche Ausgabe erschien 2022 in der Übersetzung von Sabine Mangold und überträgt »The Cat Who Saved Books«.